Schiefer-Abbau - Homepage des SGV Mudersbach

Sauerländischer Gebirgsverein
Abt. Siegtal-Mudersbach e.V.
Direkt zum Seiteninhalt

Schiefer-Abbau

Besucherbergwerk
Schiefer-Abbau und Verwendung
 
Schiefer entstand in unserem Raum vor 350 bis 400 Millionen Jahren durch Ablagerun­gen von feinstkörnigen Tonschlammmassen in Meeres-Senken, die sich unter dem Auflagerungsdruck in Tonstein verfestigten. Bei der späteren Gebirgsbildung wurden die Steinschichten durch seitlichen Druck aufgefaltet. Während dieser tektonischen Vorgänge zerscherten die Gesteine. Dadurch wurde dem ursprünglichen Tongestein ein neues Strukturelement aufgeprägt: die Schieferung.
                      
                        

Der Abbau von Schiefer lässt sich geschicht­lich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Erst wurde der Schiefer im Tagebau gewonnen. Um 1850 ging man zum Untertagebau über. Die Blütezeit der Schieferindustrie kam um 1860 durch eine Ministerialverordnung, nach der Dächer nicht mehr mit Stroh abgedeckt werden durften. Durch den erhöhten Bedarf an Dachschiefer entstanden zahlreiche Schiefergruben und Stollen, in denen Bergleute ihr tägliches Brot verdienten.
 
Der Schiefer-Stollen in Mudersbach wurde 1856 aufgefahren. Die Länge beträgt 90 m mit zwei großen Abbauhallen. Die Temperatur im Schieferstollen beträgt 8° C bei einer Luftfeuchtigkeit von 95%.

                           

Die Bergleute erschlossen mit Hand, nur mit Hammer und Meißel bewaffnet, den Stollen und förderten den wertvollen Schiefer zu Tage. Von den bewegten Gesteinsmassen waren nur 10% bis 15 % brauchbares Material als Endprodukt. Zahlreiche Bohrlöcher erinnern an das Sprengen mittels Schwarzpulver. Bereits unter Tage bedurfte es einer Auslese und einer Trennung des schlechten von brauchbarem Material. Die großen Brocken wurden mit „Loren“ nach Außen transportiert. Über Tage erfolgte die Spaltung der Schieferblöcke in dünne Tafeln in einem Spalthaus zur Weiterverarbeitung je nach Verwendungszweck. Das Nebengestein wurde für Wegebau und Bruchsteinmauern verwendet.
 
Als der zweite Weltkrieg sich dem Ende näherte, suchten Familien auch im Schieferstollen Zuflucht vor den gefährlichen Luftangriffen. Teilweise waren bis zu 40 Personen in den Abbauhallen. Geruht wurde auf einfachen Holzunterlagen mit Decken. Da der Stollen nicht bewettert ist, wurde der Sauerstoff so knapp, dass mit einem handbetriebenen Ventilator Luft in das Innere geblasen wurde.
 
Nach dem Krieg benutzte eine Tiefbaufirma den Stollen als Lager für Sprengstoff. Im Sprengstoff-Lagerbuch wurden die Zu- und Abgänge eingetragen und von der Polizeibehörde überprüft.
 
 
Die Verwendung des natürlichen Werkstoffes Schiefer für Dach- und Fassadendeckungen hat in Deutschland eine lange Tradition, die bis auf die Römer zurückgeht.
 
Mit traditionellem Handwerksgeschick verlegt der Dachdecker den Schiefer in vielfältiger Weise auf Dächern und Fassaden.

                        

Zahlreiche Baudenkmäler wie Schlösser, Kirchen und Burgen, zeugen von der hohen Kunst der Schieferdecker aller Epochen. Ebenso in Mudersbach und in weiten Teilen Deutschlands kam - und kommt auch heute noch - an Häusern dieser bewährte Wetter-Schutz zum Einsatz.
 
 

Stand: 20.4.2021      
Zurück zum Seiteninhalt